Ich muss lächeln als ich in das Badezimmer komme. Mit roten Kerzen hat meine Mom die mit grünlichem Wasser gefüllte Badewanne geschmückt. Sie beleuchten schwach die Wände und die Stille. Schnell fotografiere ich das romantische Traumbad und simse dir. Es riecht nach Eukalyptus, Erkältungszeug eben. Gemächlich ziehe ich mich aus, steige in die Wanne und setzte meine Kopfhörer auf. Scala läuft. Mensch.
Meine Augen schließen sich. Ich stelle mir vor, wie es wäre ... ich stelle mir vor wie es wäre: Es klopft an der Tür, ich wende meinen Blick zu dem störenden Geräusch. Dein süßer Kopf lugt um die Ecke und grinst mich breit an. "Ich hab' deine SMS gelesen. Wird wohl Zeit was nachzuholen." In deinem grün-schwarzem Hemd betrittst du den Raum, die Kerzen werfen deine Schatten an die Wände. Ganz viele Du's. Du knöpfst dein Hemd auf, streifst dir dein T-Shirt über den Kopf und beginnst deinen Gürtel zu öffnen. Nur Sekunden später stehst du nackt vor mir. Dein etwas zu dünner, jedoch unwahrscheinlich schöner Körper steigt langsam in die Wanne. Ich bin unfähig irgendetwas zu sagen und versuche einfach diesen Augenblick zu genießen und mein Herz, welches meinen Puls viel zu hoch treibt, zu dämpfen. Meine Mundwinkel sind ganz automatisch nach oben geschnellt. Du lehnst dich kurz vor um mich endlich zur Begrüßung zu küssen und entspannst dich wieder. Wir fangen an zu reden, was wir wieder alles für Scheiße im Skiurlaub machen werden, welche Städte unsere Deutschland-Tour nächsten Sommer beinhaltet und erträumen uns unsere Wohnung. Mindestens eine Katze, das ist klar. Über den Rest lässt sich streiten. Du bist der modernere Typ, alles muss schlicht und schick sein. Ich stehe auf altmodischen Kram, viele Details und zusammengewürfelte Möbel.
Wir lachen über jeden Mist der uns einfällt. Glücklicherweise bist du extrem an den Füßen kitzlig, was mir zugunsten kommt. Irgendwann schweifen wir zu den ernsteren Themen. Unsere Vergangenheit, welche beidseitig nicht wirklich rosig war, der momentane Schulstress und unsere kleinen Streitigkeiten. Dein Optimismus bringt mich jedoch immer wieder zum Lächeln. Alles wird gut, versprichst du mir.
Ruckartig werde ich von meinem vibrierendem Handy aus meinen Träumen geholt. "Na Sonnenschein :) Was machst du schönes?", schreibt mir Marc. Kurz grinse ich auf bis bittere Tränen die Wasseroberfläche erreichen und sie kreisförmige Wellen zaubern. Mein Lächeln wird gequälter. Mein Weinen geht in ein Schluchzen über. Jeden Tag fehlst du mir mehr.


2 Kommentare:
Wow, das ist das schönste und traurigste was ich seit langem gelesen habe..
generell oder unter meinem blog? wie meinst du das? :)
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