Donnerstag, 24. November 2011

#75

Mein Sportlehrer wünscht uns noch eine schöne Woche und entlässt uns kurz nach vier schließlich in die Freiheit. In einer Stunde erst bin ich zu Hause. Ich stehe auf, viel zu schnell für meinen derzeitigen Zustand. Der Lehrer ruft mir zu, ob es mir besser ginge. Ich nicke, gehe einige Schritte bis plötzlich große schwarzverschwommene Punkte vor meinen Augen auftauchen. Ich knicke weg und stolpere vier-fünf Schritte nach rechts. Ich spüre, wie Juli mich am Arm nimmt und stützt.
"Ich laber viel zu viel, kann das sein?", lacht Marc mich von der Seite an. Schwach, doch ehrlich lächel ich in seine schönen Augen: "Wenn ich es nicht bin, musst du es machen." Wir kommen an die Hauptstraße. Eis Bus biegt um die Ecke. Dein Bus. Du bist es jeden Donnerstag Leid noch zehn Minuten auf mich zu warten und fährst stattdessen mit dem Bus. Es kotzt mich an. Vor allem bei den Stunden, nach denen ich dich am Meisten brauche, weil du genau weißt, dass ich verdammte Kreislaufprobleme habe. Ich sehe deinen an der Fensterscheibe lehnenden Rücken. Auch du siehst mich, drehst dich um, doch ich wende meinen Blick ab. Ich habe dich nicht gesehen. Es tut weh, dass du deinen Egoismus über mich stellst.

1 Kommentar:

ich hat gesagt…

dein blog ist so gut. ♥