Samstag, 8. Oktober 2011

#36

"Aber ich wette du bist noch nie mit 220/230 über eine Autobahn gefahren." Ich schaue dich komisch an. "Wieso sollte ich nicht?" Du grinst nur belustigt, "Ich glaubs dir einfach nicht." Das nervt mich, tierisch. Was bildest du dir eigentlich ein? "Ich bin schon mit genug Leuten über eine Autobahn gebrettert. Rafael, mein Papa, mein Bruder - ohja, vor allem mein Bruder. Der hat ein Tempo drauf." Du schaust weiter nur belustigt, "Ich glaubs dir trotzdem nicht." Ich schubse dich etwas unsanft nach hinten und gehe mit einem "alter" die Treppe runter. In der Küche steht meine Mom vor dem Herd. "Mama, kannst du mal meinen Freund verkloppen? Der ist bescheuert!" Sie sieht mich überrascht an, "Er ist doch grad erst gekommen". Ich höre dich nur lachend und ganz langsam die Treppe runterkommen. Ich gehe auf dich zu und dränge die Richtung Haustür, "Los komm geh zu deiner großen Liebe den Autos." Du lachst immernoch, jedoch etwas unsicherer, "Ey, was ist denn jetzt los?". Ich nehme die Schlüssel für die Garage, stoße die Tür auf. Mit dem Rücke lehne ich mich dagegen, damit sie nicht wieder zufällt. Kalte Luft strömt mir entgegen. Du stehst nur im Flur und siehst mich etwas komisch an. Ich mache eine Kopfbewegung Richtung draußen. Du kommst auf mich zu, stellst dich vor mich. Ich versuche dich nach draußen zu schieben. Ich hab keine Lust mehr auf deine Besserwisserei. "Ich muss noch meine Schuhe anziehen." Du hast Recht. "Na, dann mach.", meine ich nur schnippisch. "Nö. Ey man, was denn jetzt...?", du siehst mich verzweifelt an. "Nichts", höre ich mich mit hörbarer Ironie sagen. Mein Blick fällt auf deinen Pullover, dann sehe ich nach draußen. Ich beobachte dich, wie du dir deine Jacke anziehst. Du beobachtest mich, wie ich dich beobachte. Deine Bewegungen werden langsamer. Kurz drehst du dich um und ziehst deine Schuhe an. Auch dabei beobachtest du mich. Dann steht dein Adoniskörper abermals vor mir. Näher als vorher. "Man ... komm schon." Du nimmst meine Hände. Ich schau dir in die Augen, mein Kopf zuckt wieder Richung Ausgang. Du kommst mir näher, wilst mich küssen. Ich stehe still. Du weichst zurück. "Hallo!", sagst du verzweifelt. Wieder nähert sich dein Kopf meinen. Ich mache nichts. "Du willst mich loswerden, was?" Unsicher nicke ich. Nein, irgendwie ist das falsch, das würde ich nie wollen. Wenn du jetzt gehst, ginge es mir schlecht, das weiß ich. Du weißt nicht was du tun sollst. Als ob ich dich loswerden wöllte. Ich gehe einen Schritt auf dich zu, stelle mich auf Zehenspitzen und küsse dich. Du lässt es ohne mit der Wimper zu zucken zu. "Das gefällt mir schon besser", lächelst du mich an. "Ich liebe dich", flüstere ich. Du gibst mir einen Kuss. "Oh, wie süß!"

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