Ich stehe vor der Tür und starre auf deinen Nachnamen an der Klingel. Mein Herz klopft mir bis zum Hals, ich habe Probleme ruhig zu atmen. Es ist eine Minute vor fünf. Wieder starre ich auf deinen Namen. Mein Finger ist kurz davor ihn zu berühren. Ich zittere, schau wieder auf mein Handy, auf die Klingel. Ich drücke drauf. Sekunden später summt die Tür und ich stemme mich dagegen um sie zu öffnen. Bewusst ruhig gehe ich eine Treppenstufe nach der anderen, komme bei dir an. Wir begrüßen uns gegenseitig mit einem kurzen "Hi.", ich ziehe meine Schuhe aus und gebe dir einen Luftkuss auf die Wange. Deine Augen sehen traurig aus. Die Hoffnung darin glüht nurnoch, das Feuer ist erloschen. Ich fange an über etwas belangloses völlig nichtiges zu reden und lasse mich auf deinem Bett nieder. Du tust es mir gleich. Keiner von uns weiß, wie wir anfangen sollen. Irgendwann rede ich meine Sorgen raus und mir kullert eine Träne nach der anderen die Wange runter. Verzweifelt siehst du mich an. Ich weiß du willst mich in den Arm nehmen, mich trösten, doch du hast Angst mich zu berühren, weißt nicht wie ich darauf reagiere. Ich gehe fast vollständig davon aus, das war's jetzt. Nach zehn Monaten. Du entschuldigst dich, versprichst Sachen von denen ich bezweifle, dass du sie halten wirst. Das sage ich dir auch. Irgendwann schweigen wir nurnoch. Du fummelst dir in deinen Augen rum und schniefst. Dein ganzer Körper ist mir zugewendet. Im Gegensatz zu mir. Weinst du? Du weinst nicht. Das ist nicht deine Art. Aber es hört sich so an. Irgendwann drehe ich mich zu dir um. Deine Augen sind gerötet und mit Tränen gefüllt. Es ist dir peinlich. Du willst stark sein. Du siehst weg, ich tue es dir nach. Bin ratlos, was ich machen soll. Wieder wende ich mich dir zu. "Genau das mein ich", sage ich leise. "Was?", fragst du. "Du hast noch nie wegen mir geweint." Ab diesen Moment sind meine ganzen Zweifel verflogen. Das ist mein Beweis. Der Beweis, dass du mich immernoch liebst. Gleichzeitig nehmen wir uns in den Arm. Es tut so gut. Du hälst mich so fest aus Angst mich wieder fast zu verlieren. "Wir packen das schon. Wir schaffen das.", flüstere ich. Und das tun wir auch. Ich liebe dich.
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